Digitaler Hass

von Klaus Miehling

Gewaltmusikzeitschriften scheinen immer politischer zu werden. Im Juli-Heft des Rolling Stone vom vergangenen Jahr, das ich erst jetzt ausleihen konnte, schreibt Friedemann Karig „Wie der digitale Hass das Netz flutet“ (S. 30ff), und, wie Sie sich denken können, es geht dabei ausschließlich um „rechts“. Nicht weniger als viermal wird der Begriff des „Tribalismus“ bzw. „tribalistisch“ bemüht, um die Rechten, zu denen natürlich insbesondere die AfD gezählt wird, zu charakterisieren. Das kann man nur betriebsblind nennen, sind doch die Linken nicht weniger tribalistisch, und Gewaltmusiker und Gewaltmusikhörer ganz besonders. So sagte Lee Ranaldo von Sonic Youth: „Dieses Stammesmäßige ist in gewisser Weise etwas sehr Gesundes … ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll … es ist etwas Wirkliches. Ich meine, die Menschheit hatte eine Periode der Stammeszugehörigkeit durchlebt, und für eine Menge dieser Kids ist es, glaube ich, eine Art erkunden [sic] von dem, was das war, oder was es für sie bedeuten könnte. In Amerika wachsen viele Kinder in einer sehr sterilen Umgebung auf, also ist das hier [d.h. die Musik der Gruppe] für sie eine Art Rückkehr zum Primitiven […]” (zit. n. Ammann: Who’s been sleeping in my brain?, 1987, S. 422.) Verräterisch ist bei Karig die Feststellung „Seiten wie Mimikama.at versuchen vorwiegend rassistische und rechtspopulistische Fakes zu entlarven“: Auf linke „Fakes“ kommt es demnach nicht so an! Auch geht aus dem Artikel hervor, dass der Autor offenbar jede Kritik an Zuwanderung als „Hass“ definiert; so zitiert er als Beispiel einen Kommentar zur Zunahme illegaler Einreisen nach Bosnien, der keine einzige Beleidigung oder Diffamierung enthält – es sei denn „das merkeltreue […] Bundesinnenministerium“. Nun gut, wenn man das als beleidigend ansieht …

Am Dienstag lieferte die „Tagesschau“ wieder ein treffendes Beispiel für manipulative Sprache.

Anlässlich des Prozesses gegen zwei Afghanen, die einen Deutschen angegriffen hatten, der danach in einem Krankenhaus „vermutlich an einem Herzinfarkt“ starb, legte man dem Sprecher in den Mund: „Rechtsradikale [!] versuchten, den Tod zu instrumentalisieren [!], etwa mit sogenannten [!] Trauermärschen. Bürger [!] organisierten Gegendemos.“

ist deutscher Cembalist, Komponist und Musikwissenschaftler.

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-502157.html

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Ein Gedanke zu “Digitaler Hass

  1. Die linksversifften Staatsmedien und die Lügenpresse übernehmen immer unverhohlener das
    Antifa- Gedankengut. Dabei sollte doch besser die linke Bundesregierung kommentiert werden.
    Zuletzt die SPD-Schmierenkomödie um Hartz4, Mindestrente und Kindergeld. Da sollen zig-Milliarden
    verteilt werden und der SPD-Finanzminister beklagt schon jetzt zig-Milliardenlöcher im Haushalt.
    Aber die Lösung ist wie immer: der ‚Bürger, der schon lange hier lebt‘ muß es richten.
    Er wird klaglos neue ‚Geschenke‘ wie Erbschaftssteuererhöhung, Vermögensteuer, Mehrwert-
    steuererhöhung und was sonst noch, hinnehmen. Schließlich sind die ‚Rechten‘ an allem Schuld.

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