Das Fass der deutschen Duldsamkeit ist groß

von Klaus Miehling

Es erübrigt sich, dass ich viel zum nächsten Fall der Reihe „‘Flüchtling‘ ermordet deutsches Mädchen“ sage, aber ganz ohne Erwähnung kann er im Geleitwort nicht bleiben.

Es ist ein weiterer „Tropfen“, aber das Fass der deutschen Duldsamkeit ist groß. Wie groß genau, das wissen wir noch nicht. Dass Merkel jetzt den „Volkszorn zu spüren“ bekommt, wie man in Österreich schreibt (https://www.krone.at/1719962), davon kann leider keine Rede sein. Wenigstens spricht es endlich einmal jemand aus, der nicht zu den „üblichen Verdächtigen“ aus AfD- und PEgIdA-Kreisen gehört: „‘Das ist jetzt kein Einzelfall mehr‘, sagte die Ethnologin und Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Frankfurter Goethe-Universität, Susanne Schröter, mit Blick auf andere Fälle wie die Kölner Silvesternacht oder Kandel.“

https://web.de/magazine/panorama/forscherin-susanna-einzelfall-33003660

Gewisse Verlautbarungen über die Zeit des Nationalsozialismus darf man in unserem Land bekanntlich nicht hinterfragen, ohne Gefängnis zu riskieren. Immerhin darf man die Behauptung in Frage stellen, dass die Nationalsozialisten am liebsten Wagner gehört und die Gewaltmusik ihrer Zeit verachtet hätten. In einem früheren GMNB habe ich das anhand eines wissenschaftlichen Artikels aus der Zeitschrift Die Musikforschung bereits getan. Der 2013 im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene Sammelband „Sound des Jahrhunderts“ liefert weitere Belege. So durfte/musste der Jazzmusiker Coco Schumann in Auschwitz Operettenmelodien, Schlager und den sonst so verpönten Jazz spielen. Über die SS berichtet er: „Die hatten dann aber auch ganz schöne Wünsche, jazzmäßig“ (S. 207). Wir erfahren weiterhin, dass Joseph Goebbels „eine große Jazzplattensammlung besaß“ (S. 284). Die Nationalsozialisten fühlten sich also sehr wohl von der Gewaltmusik ihrer Zeit angezogen. Sie wussten um die Gefährlichkeit dieser Musik; deshalb predigten sie Wasser – aber sie tranken Wein, der ihnen besser schmeckte, weil er besser zu ihrem Charakter passte.

„Pornos im Unterricht, sexuelle Experimente, mutmaßlich Vergewaltigungen: An der Musikhochschule in München herrschten offenbar unglaubliche Zustände.“

http://www.spiegel.de/spiegel/sex-skandal-an-der-musikhochschule-muenchen-a-1207253.html

Wenn Sie Gewaltmusikliebhaber sind und jetzt frohlocken, die klassischen Musiker seien auch nicht besser, muss ich Sie enttäuschen: Die beiden Beschuldigten, von denen der eine bereits verurteilt wurde, der andere schon Manches zugegeben hat, gehören zwar nicht zur (populären) Gewaltmusikszene, jedoch zur Avantgarde, die ich wegen ihres den Hörer verachtenden, krankmachenden Charakters schon in Gewaltmusik – Musikgewalt als eine weitere Art von „Gewaltmusik“ bezeichnet habe (S. 448).

ist deutscher Cembalist, Komponist und Musikwissenschaftler.

Die Herrschaft der Avantgarde hat somit zumindest in München über das akustische hinaus schreckliche Folgen gezeitigt – und wer weiß, wieviele Leichen andere Hochschulen noch im Avantgarde-Keller haben.

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